Wasser ist ein kostbares Gut!


Da im vergangenen Jahr das Wasser vielerorts und in Köngen ganz besonders knapp wurde, hatte Bürgermeister Otto Ruppaner die Köngenerinnen und Köngener dazu aufgerufen sparsam mit dem kostbaren Gut umzugehen. Um für den nächsten Sommer vorzusorgen, fanden nun gemeinsame Gespräche zwischen der Gemeinde Köngen, den Stadtwerken Esslingen (SWE) und der Landeswasserversorgung statt.


Die Landeswasserversorgung liefert der Köngener Bevölkerung das Trinkwasser bis in die Hochbehälter. Es kommt vom Hochbehälter Egart und wird über eine längere Strecke mit einem Druck von zwölf Bar nach Köngen geleitet, wo es zunächst den Hochbehälter Egert und dann den Hochbehälter Denkendorfer Straße befüllt. 29 Liter pro Sekunde darf Köngen erhalten. Seit April 2019 steigt der Wasserverbrauch der Gemeinde allerdings immer wieder über diese 29 Liter pro Sekunde an. Besonders in den Sommermonaten ist der Verbrauch hoch.
Grund dafür ist, dass in den immer trockeneren Sommermonaten Felder bewässert werden müssen oder dass der allgemeine Verbrauch der Bevölkerung gestiegen ist. Sei es, dass vermehrt Swimmingpools errichtet und befüllt werden, sei es zur Bewässerung des häuslichen Gartens oder des vermehrten Verweilens in der eigenen Wohnung aufgrund von Homeoffice oder Homeschooling.
So stieg der Verbrauch z.B. am 7.August 2020 Jahr auf alarmierende 63 Liter pro Sekunde. Das bedeutet: Der Auslauf aus dem Hochbehälter war größer als der mögliche Zulauf über die Zuleitung. Dadurch wurde die kritische Marke der notwendigen Löschwasserreserve kurzzeitig unterschritten.
Jörg Eckert, Technischer Leiter der Stadtwerke Esslingen (SWE) wies bei dem gemeinsamen Gespräch aber auch darauf hin, dass Wasser einmal am Tag bewegt werden muss. „Wasser darf nicht im Hochbehälter stehen, denn dann kann es zu einer Aufkeimung kommen.“ Insoweit ist es gut, dass ein regelmäßiger Durchsatz vorhanden ist.
Die Befürchtung seitens des Experten und der Verwaltung ist jedoch: Auch in diesem Sommer könnte es mit dem Wasser knapp werden. Denn zu den letztjährigen Faktoren kommt nun auch noch eine stillgelegte Kammer des Hochbehälters Egert hinzu, wie Eckert erklärte. Hier traten im Jahr 2017  und danach zum wiederholten Male coliforme Keime im Trinkwasser auf. Die Ursache wurde im Januar 2019 im Hochbehälter Egert gefunden. Über ein undichtes Drainagerohr am Hochbehälter drang das Stauwasser in den Hochbehälter ein.
Um die Gemeinde zukunftssicher mit Wasser zu versorgen, wurde nun ein Strukturgutachten in Auftrag gegeben, das den Wasserverbrauch in Köngen beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Vorher ist auch eine erneute Inbetriebnahme der fehlenden Kammer nicht möglich, da zunächst entschieden sein muss, was mit Blick auf den Hochbehälter zu tun ist. Hierbei wird die Erweiterung des Hochbehälters und dessen Sanierung ebenso beleuchtet wie die Frage nach einer zweiten Zuleitung, damit im Falle einer Havarie auf der Hauptleitung eine weitere Zuleitung besteht und auch mehr Wasser an die Behälter herangeführt werden kann.
In einer weiteren Untersuchung soll auch die Möglichkeit betrachtet werden für die Feldbewässerung einen Brauchwasserspeicher anzulegen, damit hier eine bessere Entzerrung gelingen könnte.
Beide Untersuchungen werden anteilig über Landesfördermittel finanziert. Im Herbst werden erste Ergebnisse erwartet. Bis dahin haben die Gemeinde Köngen in Zusammenarbeit der SWE ein Betriebskonzept für die Wasserversorgung auch für diesen Sommer abgestimmt, damit die Wasserversorgung in Köngen möglichst ohne Einschränkungen gewährleistet bleibt.
Wir möchten Sie dennoch bitten sparsam und sorgsam mit dem kostbaren Gut Wasser umzugehen, damit wir alle möglichst gut über diesen Sommer kommen.