Fluglärmkommission Stuttgart setzt auf Tests im Simulator und ein Lärmgutachten

 
Die alternative Route entspricht komplett den Sicherheitsvorkehrungen

Die Fluglärmkommission Stuttgart hat in ihrer Sitzung am Dienstag, 2. November, abermals über eine neue Abflugvariante beraten. Vom Flughafen Stuttgart aus würden Flugzeuge demnach in einem engeren Kurvenradius und mit einem steileren Abflugwinkel in Richtung Süden starten. Neben den 15 Mitgliedern der Kommission beteiligten sich an der Sitzung auch Vertreter weiterer Kommunen aus der Region.
Christof Bolay, Oberbürgermeister der Stadt Ostfildern und Vorsitzender der Fluglärmkommission, fasst die Ergebnisse des Treffens zusammen: „Zunächst ist festzuhalten, dass die angedachte Route komplett den Sicherheitsvorkehrungen entspricht. Alle Vorgaben werden zu jeder Zeit eingehalten. Das Wichtigste bei allen Routen ist stets die Sicherheitsprämisse.
Des Weiteren wird die alternative Route nun zunächst in einem Simulator ausprobiert und intensiv geprüft. Dabei können auch verschiedene Wetterbedingungen nachgestellt werden. Dieser Punkt knüpft ebenfalls an die Sicherheitsfrage an.
Drittens wird ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem ermittelt wird, wie sich der Dauerschallpegel bei unterschiedlichen Routen verändert. Finanziert wird dieses Gutachten zu einem Drittel vom Land Baden-Württemberg. Den Rest teilen sich die Kommunen, die in der Fluglärmkommission vertreten sind, und alle Kommunen, die von einer geänderten Flugroute betroffen wären.
Außerdem wird das Verkehrsministerium für den weiteren Austausch eine Arbeitsgruppe vorbereiten. Dazu werden Kommunen eingeladen, von denen manche be- und andere entlastet werden würden, unabhängig davon, ob sie Mitglied der Fluglärmkommission sind.
Die nächste Sitzung der Fluglärmkommission wird im März nächsten Jahres stattfinden. Bis dahin sollte nicht nur das Gutachten vorliegen, sondern auch Zeit sein, um die Ergebnisse interpretieren zu können.“
 
Hintergrund
Fluglärmkommissionen haben die Aufgabe, die Flughafengenehmigungsbehörde sowie die Flugsicherung bei Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm zu beraten. Sie sind etwa bei der Festlegung von Flugrouten und Flugverfahren in der Umgebung des Flughafens zu beteiligen.
Der Fluglärmkommission für den Flughafen Stuttgart gehören 15 Mitglieder an. Dies sind die Städte Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Esslingen, Ostfildern und Stuttgart, die Gemeinden Denkendorf, Steinenbronn, Neuhausen und Schönaich sowie die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, die Flughafen Stuttgart GmbH, die Luftfahrtunternehmen, die Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart, die US-Streitkräfte in Baden-Württemberg und das Ministerium für Verkehr in seiner Eigenschaft als oberste Landesbehörde für den verkehrsbezogenen Immissionsschutz. Die Genehmigungsbehörde, die Flugsicherungsorganisationen und der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen nehmen ebenfalls an den Sitzungen teil, die in der Regel zweimal im Jahr stattfinden.