Erinnerung an Pinuccio Sciola (*15.03.42 †13.05.2016) und seine Kunst in Köngen

Anlässlich des 80. Geburtstags von Pinuccio Sciola, am 15. März, sollen die Arbeiten des international bekannten Bildhauers und Künstlers aus Sardinien vorgestellt und in die Erinnerung der Bürgerschaft gerufen werden.

Skulpturen 3 Ähren im Hof der Zehntscheuer
3 Ähren, Foto: FotoArt Christa Leder

In Köngen befinden sich insgesamt 7 große Kunstwerke von Pinuccio Sciola:
Durch das großartige Engagement des ehemaligen Bürgermeisters Hans Weil und Graziano Manca, den mit Pinuccio Sciola eine jahrzehnte lange Freundschaft verband, gelang es der Gemeinde 1987 eine Wanderausstellung über 18 Skulpturen nach Köngen zu holen. Die Ausstellung fand im Römerpark statt, der sich noch in der Bauphase befand. Die Ausstellung wurde unter der Schirmherrschaft des damaligen Präsidenten der autonomen Region Sardinien, Herrn Mario Melis, durchgeführt.  Das Werk „Tür, Ritzungen“ als Teil der Wanderausstellung, wurde von Mario Melis der Gemeinde als Geschenk überlassen. Bürgermeister Weil konnte sich die Arbeit selbst aussuchen.
Zu dem Stein „Tür, Ritzungen“, der sich gegenüber der Kreissparkasse im Eingang zur neuen Ortsmitte befindet, sagt Altbürgermeister Hans Weil: „ Die symbolische Türe auf der Nord-Ost-Seite ist als Eingang in die unter meinem Vorgänger Erwin Rath und dem damaligen Gemeinderat neu geschaffene Ortsmitte zu verstehen. Die „Ritzungen“ auf der Südseite des Steins wirken wie ein Fingerabdruck. Sie sollen die Unverwechselbarkeit unserer Gemeinde zum Ausdruck bringen und zugleich aber auch deutlich machen, dass nichts Bestand hat und alles im Fluss bleibt.
Im Rahmen der Einweihung der Zehntscheuer 1988 machten sich Hans Weil und Graziano Manca auf die Suche nach passenden Werken, die als Kunst am Bau installiert werden sollten. Die Reise führte die beiden nach Sardinien, genauer gesagt nach San Sperate in das Heimatdorf von Graziano Manca und Pinuccio Sciola. Dort suchten sie sich symbolisch für den ursprünglichen Hintergrund der Zehntscheuer die 3 Ähren aus, die später mit einem Weintransport nach Köngen befördert wurden und heute noch im Hof der Zehntscheuer an ihre ursprüngliche Nutzung erinnern.
Neben diesen Kunstwerken befinden sich außerdem 3 Skulpturen von Pinuccio Sciola im Römerpark vor dem Museumsgebäude, die ebenfalls aus der Wanderausstellung stammen. Der Landkreis Esslingen hat 2 dieser Steine gekauft und der Gemeinde als Dauerleihgabe überlassen.  Diese Werke stehen symbolisch für die Zeit der Megalithkultur und spannen einen Zeitbogen über die römische Geschichte bis in die Gegenwart.
Diese 7 großen Werke werden durch zahlreiche weitere kleinere Kunstwerke und Skulpturen ergänzt, die sich auch heute noch im Besitz der Gemeinde befinden.
Beim nächsten Spaziergang durch die Gemeinde Köngen können die Kunstwerke von Pinuccio Sciola mit diesen Hintergrundinformationen vielleicht nochmals genauer betrachtet werden.Wir bedanken uns bei Herrn Helmut Maier, der im Zusammenhang mit der Erfassung von Kleindenkmalen die Anregung zu diesem Artikel gegeben hat.

„Mein Vater ist ein Mensch gewesen, der die Zeiten im Voraus gesehen hat: Seine Grundhaltung war die einer kulturellen Mitteilung an die Menschen, sich mit Kunst und Natur auseinanderzusetzen. Ich bedanke mich sehr bei der Köngener Verwaltung, dass sie die Skulpturen Sciolas pflegt und die Erinnerung an die ersten Internationalen Ausstellungen wach hält. Die vielen Reisen und Freundschaften, die mein Vater in der BRD erlebt hat, haben felsenfeste Bindungen, die unlösbar sind, entwickelt. In diesen Tagen wäre mein Vater 80 Jahre alt geworden. Die „Stiftung Sciola“, ihm gewidmet, nimmt den Geburtstag als feierlichen Anlass, die Erfahrungen wachzuhalten“.
Tommaso Sciola übersetzt von Graziano Manca