Aktuelle Informationen zum Corona-Virus

Gemeinde Köngen
Landkreis Esslingen

Auf ein Wort, Köngen!

 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Liebe Köngenerinnen und Köngener,
 
bitte nehmen Sie sich die Zeit die folgenden Ausführungen aufmerksam zu lesen. Es geht mir um ein sehr bedeutsames Thema, welches uns alle angeht und tief in unser öffentliches und privates Leben eingreifen wird. Es besteht in keiner Weise Grund zur Panik, wohl aber zu hoher Wachsamkeit. Wir leben derzeit mit einer absoluten Ausnahmesituation. Eine Situation wie wir sie in vergleichbarer Form seit Ende des zweiten Weltkrieges nicht hatten. Seit seinem Auftreten zu Beginn des Jahres in China, verbreitet sich das Coronavirus (SARS-CoV-2) mit rasender Geschwindigkeit. Auch bei uns im Landkreis Esslingen und auch hier in unserer schönen Gemeinde Köngen erleben wir eine dynamische Entwicklung.
 
Ich möchte Sie umfassend informieren, wie sich die aktuelle Lage hier bei uns in Köngen darstellt. Zurzeit haben wir eine einstellige Zahl an nachweislich infizierten Personen in unserer Gemeinde, welche sich alle zusammen mit Ihren Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne befinden. Bitte sehen Sie uns nach, dass wir keine exakten Zahlen nennen. Wir wissen aus der Ärzteschaft, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger als Verdachtsfälle in die Abstrichzentren des Landkreises geschickt wurden. Insoweit könnte sich die Zahl der Infizierten bis zum Redaktionsschluss bereits deutlich geändert haben.
 
Sie dürfen sich sicher sein, dass ich persönlich aber auch all meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere ehrenamtlichen Helfer nichts unversucht lassen, das Ausmaß dieser Pandemie für uns so gut es geht einzudämmen.
 
Erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung. Wenn ich dieser Tage auf voll besetzte Cafés, volle Spielplätze und so manche Debatte blicke, dann scheint mir, dass manchen das Ausmaß dieser Bedrohung noch nicht bewusst ist. Nach allem was wir aktuell wissen und von unseren italienischen Freunden hören, ist die Lage durchaus ernst. Zwar verlaufen wohl 80% der Erkrankungen milde - 20% jedoch nehmen einen schwereren Verlauf, der nicht selten mit einem Aufenthalt im Krankenhaus verbunden ist und in kritischen Fällen einer intensivmedizinischen Behandlung bedarf.
 
Wie wir an Italien sehen können, gerät das Gesundheitssystem dort unter der hohen Zahl an neu eingelieferten Patienten mit zum Teil schweren Krankheitsverläufen über den Rand der Belastbarkeit hinaus. Die Ärztinnen und Ärzte dort müssen unvorstellbar schwierige Entscheidungen treffen. Angehörige dürfen sich nur noch telefonisch mit ihren teilweise lebensbedrohlich erkrankten Angehörigen verständigen, da sie aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht mehr zu ihren Verwandten vorgelassen werden.
 
Warum erwähne ich das? Nicht um Ihnen Angst zu machen, sondern um Ihnen den Ernst das Lage zu verdeutlichen und um für Verständnis für die zu ergreifenden Maßnahmen zu werben. Bei aller Dynamik, die wir erleben, gilt es nun den Fokus auf das zu richten, was jetzt unabdingbar ist, um auch bei uns unnötiges Leid von den Menschen nach Kräften abzuwenden. Hierzu gehört, dass wir uns alle strikt an die Vorgaben halten, die wir zur Eindämmung der Krise von Bund, Land und Kommune erhalten. Sie dienen allein dem Zweck die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sodass Erkrankte adäquat in den Krankenhäusern versorgt werden können.
 
Maßnahmen aktuell

Bitte beachten Sie hierzu die Maßnahmen des Landes Baden-Württemberg.
 
Handlungsoptionen
 
All das sind massive Einschnitte in das Leben der Menschen. Das ist uns wohl bewusst und wir hätten uns dies alles auch gerne anders gewünscht. Sie sind aber unausweichlich, um nichts unversucht zu lassen unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung mit den damit verbundenen leidvollen Folgen zu schützen.
Bitte sensibilisieren Sie auch Ihr Umfeld, dass es sich bei diesem Virus um eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit insbesondere von älteren und/oder vorerkrankten Menschen handelt.
 
Bis auf Weiteres gibt es 4 Gründe die häusliche Umgebung zu verlassen:
 
1. Sie sind bei der Arbeit unabkömmlich
2. Medizinische Notfälle und Arztbesuche
3. Besorgungen von Lebensmitteln und/oder Medikamente
4. Sie müssen hilfsbedürftige Verwandte oder Nachbarn unterstützen
 
Sollten Sie dennoch den Drang verspüren sich an der frischen Luft zu bewegen, dann tun Sie dies, so noch keine behördliche Ausgangssperre angeordnet wurde. Bitte begeben Sie sich nach draußen nur allein oder ausschließlich mit Menschen, mit denen Sie ohnehin in häuslicher Gemeinschaft leben. Halten Sie von anderen Menschen einen Abstand von idealer Weise 2 Metern.
 
Öffentliche Einrichtungen
 
Sämtliche kommunale Einrichtungen einschließlich der öffentlichen Spielplätze sind geschlossen und dürfen nicht mehr betreten werden. Als Familienvater weiß ich aus persönlicher Erfahrung, wie herausfordernd es sein kann, agile Kinder mit Bewegungsdrang zu beschäftigen. Dennoch bitte ich Sie eindringlich diese Anweisungen zu befolgen!
 
Hinsichtlich der Frage zum Umgang mit den Gebühren für Kindertageseinrichtungen sowie Schulkindbetreuung befinden sich derzeit die kommunalen Landesverbände in Abstimmung mit den Ministerien, um eine möglichst sozialverträgliche Lösung zu finden. Bedauerlicher Weise können wir zum heutigen Zeitpunkt noch kein Verhandlungsergebnis verkünden. Insoweit bitten wir um Geduld.
 
Das Rathaus der Gemeinde Köngen wurde für den öffentlichen Besucherverkehr geschlossen. Selbstverständlich erreichen Sie uns während der regulären Öffnungszeiten per Mail unter gemeinde@koengen.de oder telefonisch unter 07024/8007-0. Bitte vereinbaren Sie in dieser Zeit in besonders wichtigen Anliegen einen persönlichen Termin.
 
Hinweisen möchten wir auch darauf, dass Krankenhäuser und Pflegeheime nach den Maßgaben der CoronaVO-Baden-Württemberg nicht mehr betreten werden dürfen.
 
Hilfsangebote
 
Ferner haben wir einen Hilfsdienst zusammen mit dem DRK OV Köngen e.V. für Menschen in häuslicher Isolation oder allgemeiner Hilfsbedürftigkeit organisiert, denen eine Versorgung durch ihr privates Umfeld unmöglich ist.
 
Unter quarantaene@koengen.de bzw. unter 07024/8007-0 können ab Donnerstag Bestellungen für den täglichen Bedarf bestellt werden. Hierzu zählen neben verschreibungspflichtigen Medikamenten, Lebensmittel oder Drogerieprodukte.
Die Bezahlung erfolgt in bar an die Mitarbeiter des DRK.
 
Im Übrigen erstellen unsere Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtungen jede Woche im Köngener Anzeiger Tipps, Spiel- und Bastelideen, damit sich die Kleinsten während der Zeit daheim sinnvoll beschäftigen können.
 
Zu guter Letzt!
 
Liebe Köngenerinnen und Köngner,
 
trotz aller Herausforderungen möchte ich Ihnen zurufen zuversichtlich zu sein. Wir haben allen Grund dazu. Die weitüberwiegende Mehrheit wird diese Pandemie ohne größere gesundheitliche Beeinträchtigungen überstehen. Gerade auch dann, wenn wir nun als Gemeinde zusammenstehen, zusammenhalten und uns insbesondere dadurch mit unseren Mitmenschen solidarisch zeigen, indem wir uns an die Weisungen uneingeschränkt halten.
 
Diese Zeit ist keine für Egoismen – diese haben hier keinen Platz. Die Folgen für die Wirtschaft und Arbeitsplätze sind derzeit noch nicht absehbar und ich bitte Sie sich auch mit unseren Firmen, Dienstleistern, Selbständigen, Kulturschaffenden und anderen von der Krise gebeutelten solidarisch zu zeigen, indem Sie Ihre Entscheidungen nach der Krise in dem Bewusstsein treffen, dass auch diese sehr unter den notwendigen Einschränkungen gelitten haben.
 
Liebe Köngenerinnen und Köngener, wir alle haben Eltern, Großeltern und Freunde mit Vorerkrankungen. Helfen Sie mit, diese Menschen so gut es geht zu schützen und beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf das absolut unvermeidbare Minimum!
 
Dank
 
Abschließend möchte ich einige Worte des Dankes an Menschen richten, die in diesen Tagen besonders zum Wohle unserer Bevölkerung gefordert sind. Insbesondere möchte ich allen Berufstätigen in Pflegeberufen, Ärztinnen und Ärzten sowie der gesamten Blaulichtfamilie danken. Weiter gilt mein Dank allen Mitarbeitenden in Bereichen der kritischen Infrastruktur sowie meinen Mitarbeitenden der Gemeinde, die alle versuchen diese Herausforderung so gut wie möglich zu bewältigen.
 
Bitte bleiben Sie in den nächsten Tagen ruhig und besonnen auch mit Blick auf Ihre Kommunikation und Ihr Einkaufsverhalten.
 
In Italien heißt es derzeit aller Orten: „Andrà tutto bene!“ – „Alles wird gut!“
 
Dem möchte ich mich gerne anschließen! Bleiben Sie gesund!
 
Es grüßt Sie herzlichst!

Ihr
Otto Ruppaner
Bürgermeister
  
  
  

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