Eine Jupitergigantensäule verschönert den Kreisverkehr an der Lorchkreuzung . Teile des Originals wurden in Hausen an der Zaber 1964 im Bereich eines Römischen Gutshofes gefunden. Ein Abguss, der in einigen Teilen ergänzt werden musste, gibt eine gute Vorstellung vom Aussehen eines Denkmaltyps, der im römisch besetzten Germania und einigen Teilen Frankreichs außerordentlich beliebt war.
Auf einem zweistufigen Unterbau steht auf einer profilierten Platte der Viergötterstein. Eine Inschrift auf eine der vier Seiten gibt Auskunft über die Gottheiten, denen das ganze Säulendenkmal geweiht war.
Auf den drei anderen Seiten des Steins sind die Reliefs von vier römischen Göttern dargestellt. Die Zusammenstellung dieser Götter und die Wahl ihrer Attribute zeigen, dass der Besteller der Säule mit der griechischen Mythologie vertraut war, obwohl der Stifter des Denkmals, C. Vettius Connougus, seinem Namen nach ein einheimischer Kelte war.
Bei der Profilplatte handelt es sich um eine Rekonstruktion.
In den wichtigsten Teilen Original erhalten ist dagegen der auf ihr liegende achteckige Wochengötterstein. An der Vorderseite trägt er ein Relief der Siegesgöttin Victoria, während auf den sieben anderen Seiten die Köpfe der Wochengötter zu sehen sind, wobei, die Woche wie in der vorchristlichen Antike mit dem Samstag beginnt. Dies ist dadurch ersichtlich da Victoria, die den Wochenanfang anzeigt, zwischen Saturn/Samstag und Venus/Freitag steht.
Die Profilplatte über dem Wochengötterstein ist ebenfalls ergänzt.
Dagegen ist die auf ihm stehende Säule ganz erhalten. Ihr Schaft ist mit einem Muster aus Eichenblättern und Eicheln bedeckt.
Die Säule endet in einem korinthischen Kapitell, dessen Eckvoluten durch Schulterbüsten von Frauen ersetzt sind. Diese sind durch ihre Attribute im Haar – Blüten, Ähren, Äpfel und ein wärmendes Kopftuch – als Personifikation der Jahreszeiten zu erkennen.
Auf dem Kapitell stand, nur noch in Fragmenten erhalten und daher durch einen Abguss einer Gruppe aus Steinfurt ersetzt, die Darstellung eines Reiters, dessen Pferd über ein vor ihm kauerndes Mischwesen dahinspringt. Der bärtige Reiter, der einen römischen Feldherrenpanzer trägt, schwingt in seiner drohenden erhobenen Rechten ein Blitzbündel. Er ist also Jupiter, dem, wie die Inschrift aussagt, ja das ganze Säulendenkmal geweiht war. Das Mischwesen, das einerseits einen menschlichen Körper besitzt, dessen Beine aber andererseits von den Hüften an in zwei Schlangen übergehen, ist ebenfalls aus der antiken Mythologie bekannt. Es ist ein Gigant, einer der Söhne der Erde, die den Olymp stürmen wollten, um Jupiter (Zeus) und die anderen Götter aus der Herrschaft über die Welt zu vertreiben.