Markthistorie

Mittelalterlicher Markt in Vergessenheit

Der Ursprung des Köngener Marktes liegt bereits im Mittelalter. Erste Hinweise finden sich in einer Verkaufsurkunde aus dem Jahr 1385, die den Verkauf des Widumhofes regelte. Darin veräußerten Dietrich und Johannes Reuß (von Reußenstein) ihren Hofteil an das Kloster Denkendorf, um so die vom Vater geerbten Schulden zu tilgen. Neben Zehntrechten war mit dem Verkauf auch ein Anteil an den Einkünften des Köngener Marktes verbunden. Bis heute unklar bleibt aber, weshalb das Köngener Marktrecht nur wenige Jahre später erlosch.

Die heutigen Traditionsmärkte

Herbstmarkt

Am 21. September 1768 hielt die Gemeinde Köngen den ersten Matthäimarkt, den heutigen Herbstmarkt, ab. Schon in seinen Anfängen kam diesem Markt eine wichtige Rolle innerhalb der Gemeinde zu. Denn neben dem Standgeld mussten die Händler auch ein sogenanntes Unterkaufgeld zahlen, vergleichbar mit einer heutigen Umsatzsteuer – eine beträchtliche Einnahmequelle für die Gemeinde. Allerdings musste der vorrangig als Viehmarkt fungierende Herbstmarkt recht häufig aufgrund von Viehseuchen abgesagt werden.

Pfingstmarkt

Wie beim Herbstmarkt liegen auch die Anfänge des Pfingstmarktes im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1787 erteilte die Königliche Kreisregierung erstmals die Erlaubnis eines Marktes während der Pfingstfeiertage. Auch hier stand anfangs der Verkauf von Vieh im Vordergrund. Über die Jahrhunderte hinweg wuchs die Bedeutung des Pfingstmarktes für die Gemeinde immer weiter, so dass ein Pfingsten ohne diesen Markt für die Einwohner inzwischen unvorstellbar wäre.

Das rege Marktleben

Wie das Stadtleben unterliegen auch Märkte einem regen Wandel. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs ihre Beliebtheit bei den Köngener Bürgern immer weiter und ihr Umfang nahm stetig zu. So wurde der Kehlweg als ursprünglicher Marktplatz mehrfach erweitert und blieb doch letztlich zu klein, so dass der Schweinemarkt auf den Rathausplatz umzog.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt Köngen neben drei großen Jahrmärkten einen monatlichen Schweinemarkt ab. Dieser hatte allerdings keinen guten Ruf unter den örtlichen Bauern, da so auch immer wieder Viehkrankheiten ihren Weg in die Stadt fanden und die Bestände zuweilen stark verringerten.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren die Vieh- und Schweinemärkte immer mehr an Bedeutung. Sowohl der sehr beliebte Pfingstmarkt als auch der gemütliche Herbstmarkt verwandelten sich zunehmend in Krämermärkte, der Schweinmarkt verschwand gänzlich. 

Am stärksten verändert hat sich aber vermutlich der Köngener Wochenmarkt, der noch vor nicht allzu langer Zeit vorrangig ein „grüner Markt“ war. Heute stehen hier neben klassischen Marktwaren auch zahlreiche Kurzwaren zum Verkauf, die sich sonst eher auf Krämermärkten finden.