Jupitergigantensäule

Die Jupitergigantensäule, die sich inmitten des Kreisverkehrs der Lorchkreuzung am Ortseingang von Köngen in den Himmel reckt, ist ein lebendiges Zeugnis der römischen Besiedelung der Gemeinde in den ersten Jahrhunderten nach Christus.

Die Säule besteht aus zwei Sockeln. Der unterste hat vier Seiten, ein so genannter Viergötterstein. Er zeigt vier verschiedene Gottheiten. Darüber befindet sich der achteckige Wochengötterstein, der ein Relief der Siegesgöttin Victoria trägt. Die anderen sieben Seiten des Reliefs zeigen die sieben Wochengötter, der römischen Tradition nach beginnend mit dem Samstag. 

Dann folgt die eigentliche Säule, die mit einer schuppenartigen Struktur bedeckt ist. Ganz oben auf der Säule reitet der bärtige und Blitze schwingende Gott Jupiter, gekleidet in einen römischen Feldherrenpanzer, auf einem Pferd. Unter dessen Hufen wird ein kauerndes Mischwesen niedergeritten, halb Mensch, halb Schlange – ein so genannter Gigant, der den Olymp zu stürmen versuchte.

Nachdem die Statue mit der Zeit mehr und mehr verfiel, wurde sie durch neue Abgüsse ergänzt. Ihr typisch römisches Aussehen konnte dabei aber erhalten bleiben.

Auf der rekonstruierten Profilpalette ruht der achteckige Wochengötterstein. Ebenfalls neu ist die Profilpalette oberhalb des Wochengöttersteins, auf dem die noch ursprüngliche Säule steht. Sie überzieht ein Muster aus Eichenblättern und Eicheln.

Die Säule endet in einem korinthischen Kapitell, dessen Eckvoluten durch weibliche Schulterbüsten ersetzt sind. Deren Haarschmuck – Blüten, Ähren, Äpfel und ein wärmendes Kopftuch – lassen auf die Darstellung der Jahreszeiten schließen. 

Aus welcher Zeit genau die Säule stammt, ist heute unklar. Allerdings scheint ihr Stifter C. Vettius Connougus keltischer Herkunft gewesen zu sein – wohl vertraut mit der griechisch-römischen Mythologie. Denn alle Seiten der Säule sind mit den Namen römischer Götter versehen, denen das Denkmal gewidmet ist.

Säulen mit einem ähnlichen Aufbau und dem Jupiter-Motiv hat es im römischen Reich im 2. und 3. Jahrhundert recht zahlreich gegeben. Sie waren Teil der religiösen Kultus der römisch-griechischen Zivilisation. Bis in unsere Zeit sind nur wenige derartiger Säulen erhalten geblieben, weshalb der Jupitergigantensäule in Köngen besondere Bedeutung zukommt.