Historie

Die ältesten Teile des heutigen Schlosses stammen aus dem späten 12. Jahrhundert. Das Graubündner Rittergeschlecht Thumb ließ damals am Ortsrand ein Wasserschloss erbauen. Fundstücke lassen darauf schließen, dass das repräsentative, renovierte Schloss auf uraltem Siedlungsgrund steht. Ein steingefasster Wasserkanal erinnert zudem an die frühere römische Besiedlung.

Im Laufe der Zeit wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer und wurde ebenso oft umgestaltet bzw. aufgeteilt. 1825 nahm der Politiker Jakob Friedrich Weishaar das Anwesen schließlich in Besitz und verlieh ihm seine bis heute bestehende Gestalt.

Das Köngener Schloss galt bis in die 1930er Jahre hinein als ein Hort der Kultur. Unter anderem gründete sich hier der „Bund der Köngener“ und auch die Maler Christian Mali und Pieter Peters hielten sich häufig hier auf.

Hohe kunsthistorische Bedeutung kommt heute dem sogenannten „Rittersaal“ zu. Die dort gezeigten Bildnisse römischer sowie deutscher Kaiser stammen noch aus der Zeit der Renaissance.

1392 Erste Erwähnung einer Burganlage in Köngen
1398 Erweiterung der Burganlage durch Anna Gräfin von Aichelberg, u.a. mit einem Wassergraben und einer Mauer
1525-1600 Umbau der Burg in ein Renaissance-Schloss durch Albrecht Thumb von Neuburg
1666 Geschichtliche Erwähnung zweier Schlösser in Köngen, im vorderen Teil lebte der herzogliche Vogt und im hinteren Teil die Thumbsche Herrschaft
1739 Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg verkauft seine Hälfte des Schlosses (der heute stehende Teil) an den Herzog von Württemberg
1825 Dr. Jakob Friedrich Weishaar kauft das gesamte Anwesen
1830 Abriss des "Vorderen Schlosses" und Einebnung der Wassergräben
1831 Verbleibender Flügelbau "Hinteres Schloss" wird für Wohnzwecke im Biedermeier-Stil hergerichtet
um 1900 Eine Gruppe von Kunstmalern, u.a. Anna Peters und Christian Mali, arbeitet zeitweise im Schloss
1992 Erwerb des stark verfallenen Schlosses durch die Gemeinde Köngen
2007 Einweihung des sanierten Schlosses
seitdem Kapelle, Schlosskeller und Rittersaal werden durch die Gemeinde für Veranstaltungen vermietet

Literaturhinweise

Köngen. Ein Schloss und seine Herrschaften
Kathrin Fastnacht
Zur Identität von Schloss und Dorf Köngen im 19. und 20. Jahrhundert
ISBN: 978-3-87437-530-6
€ 24,90


Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Band 09
Schloss Köngen
Mit Beiträgen von Barbara Baum, Anette und Hans Cabanis, Kathrin Fastnacht, Michael Goer, Frank Hihn, Herman Klos und Anja Krämer
ISBN: 978-3-89870-653-7
€ 9,80